Die Weihbischöfe im Gespräch

Weihbischöfe.
Weihbischof Dieter Geerlings im Gespräch
  • Weihbischof Dieter Geerlings.

    Was fällt Ihnen zu Ihrer eigenen Firmung ein?
    Schon ein paar Monate nach meiner hl. Erstkommunion wurde ich gefirmt. Ich war gerade einmal neun Jahre alt. Damals (1956) war es so: Wenn der Bischof oder ein Weihbischof im Dekanat zu Besuch war, wurden alle Jahrgänge gefirmt, die nach der Erstkommunion noch nicht gefirmt worden waren.

    Ca. 600 Kinder hatten sich zur Firmung in der St. Aldegundiskirche zu Emmerich zum Firmgottesdienst versammelt. Eine Vorbereitung dazu wie heute gab es nicht.

    Weihbischof Heinrich Baaken (1979 verst.) hat mich gefirmt. Nach dem Gottesdienst  gingen wir wieder in die Schule.

    Das Interessante für mich: Ich darf heute mit dem Bischofsstab firmen, den damals Weihbischof Baaken bei meiner Firmung trug. Wenn ich in einem Gottesdienst diesen Stab habe, werde ich immer an meine Firmung erinnert.

    Wie erleben Sie die Firmkatechese in Ihrer Region?
    Ich erlebe eine große Vielfalt. Die einzelnen Katechetenteams der Pfarreien und Gemeinden arbeiten häufig mit Konzepten, die immer wieder überprüft und weiterentwickelt werden. Dafür bin ich sehr dankbar; denn das zeigt, dass man sich in der Katechese immer wieder neu auf unterschiedliche Jahrgänge von Jugendlichen einstellt.

    Mich überrascht die inhaltliche und methodische Vielfalt der Katechesen. Natürlich spielen die Glaubensthemen zur Firmung, zum Christsein, zu existentiellen Fragen der Jugendlichen, zu Liebe und Freundschaft immer eine große Rolle.

    Das wird alles lebendig durch gemeinsame Wanderungen, Sozialprojekte, Wochenenden z. B. auf der Jugendburg Gemen, Besuche in Ordensgemeinschaften, bei der Feuerwehr; ja sogar gemeinsame Tage in Taizé stehen hier und da als Angebot im Programm.

    Natürlich ist die katechetische Arbeit auch anstrengend und bisweilen mühselig. Manche Jugendliche bringen „nicht viel mit“ an Glaubenspraxis und sind vielleicht nur in der Vorbereitung zur Firmung, weil die Freundin / der Freund dort auch ist. Aber der Heilige Geist wirkt, wo und wie er will.

    Der Dienst der Katechetin/des Katecheten ist ein lebendiges Glaubenszeugnis in den Kirchengemeinden. Firmung ist ein wichtiger Teil der Jugendarbeit.
    Auch die Jugendlichen geben durch ihre Teilnahme an den katechetischen Projekten ein Glaubenszeugnis in den Gemeinden, ein jugendgemäßes.

    Immer wieder berichten sie, dass sie neue Gemeinschaft und neue Freude am Glauben erfahren haben.

    Ohne die Firmkatechese wäre die Glaubenspraxis der Gemeinde ärmer. Ich erlebe das immer wieder – bis hinein in den Firmgottesdienst.

    Wann ist für Sie ein Firmgottesdienst gelungen?
    Es geht ja hier um die menschliche Seite des Gottesdienstes. Von Gott her und bei ihm ist er wohl immer gelungen, wenn man dies richtig versteht.

    Für mich ist ein Firmgottesdienst gelungen, wenn die Texte, Lieder, Gebete und die Art ihres Vortrags eine Atmosphäre der Feier entstehen lassen, wenn die Jugendlichen mit dem „Ihren“ darin vorkommen, wenn die musikalische Gestaltung durch Orgel, Band, Chor ansprechend und niveauvoll ist, wenn die ganze Gemeinde „mitgenommen“ wird.

    Mehr über Weihbischof Dieter Geerlings könnt ihr hier erfahren.

Weihbischof Christoph Hegge im Gespräch
  • Weihbischof Christoph Hegge

    Was war Ihr bewegendstes Erlebnis bei einer Firmung?
    Ich erinnere mich gern an eine Firmpredigt, bei der ich das Funkmikrophon in der Hand hielt, um mich ein wenig freier bewegen zu können. Während der Predigt kam ein vielleicht sechsjähriger Junge durch den Mittelgang nach vorn gelaufen. Er setzte sich vor der ersten Reihe auf die Bank und schien genau zuzuhören. An einer bestimmten Stelle der Predigt zeigte der kleine Junge auf und wurde ganz lebendig. Offensichtlich wollte er mir eine Frage stellen. Ich sagte ihm, er solle zu mir nach vorne kommen. Der Junge kam zu mir und ich bückte mich zu ihm herunter und fragte ihn: "Du hast also eine Frage?" "Ja", antwortete der Junge. "Kannst Du mir sagen, wo Gott jetzt ist?" Schlagartig war es in der gesamten Kirche so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Alle in der Kirche waren gespannt auf meine Antwort. Ich ging in die Knie, damit mir der Junge besser ins Gesicht und in die Augen schauen konnte. Ich sagte zu ihm: "Wenn unser Herz aufmerksam ist und voller Liebe, dann können wir Gott in allen Dingen erkennen, da er in der ganzen Schöpfung, in der Natur, den Pflanzen, den Tieren, dem Himmel und der Erde und natürlich in uns Menschen seinen Abdruck hinterlassen hat. Besonders aber ist Gott dort, wo wir mit einem liebenden Herzen, wo wir mit Güte und mit der Bereitschaft uns einzusetzen, unseren Mitmenschen begegnen. Denn Jesus hat gesagt: "Was ihr dem geringsten meiner Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" (Mt 25,40). Jesus schaut uns in jedem Menschen an. Jesus schaut mich besonders in den Menschen an, die voller Liebe sind oder in jenen Menschen, die sich nach Liebe sehen, die arm sind oder leiden. Also ist Jesus auch in Dir und in mir. Und Jesus ist Gott. Durch Jesus begegnet uns Gott selbst. Und sein Geist der Liebe wohnt in Dir und mir, überall wo Menschen einander lieben, wie Jesus es getan hat. Kannst Du das verstehen?" Der Junge strahlte und sagte fröhlich: "Ja! Danke!" In diesem Moment begann in der Kirche ein tosender Applaus, ein Applaus, der das Strahlen des kleinen Jungen unterstrich, seine unschuldige Art zu fragen und sein offenes Herz für Gott. Fröhlich kehrte er auf seinen Platz zurück und ich konnte meine Predigt mit wenigen Worten beenden. Das eigentliche Zeugnis hatte der kleine Junge gegeben, mit seinem Mut zum Fragen, mit seiner Bereitschaft zu hören und mit seinem strahlenden "Ja! Danke!". 

    Wie haben Sie Ihre eigene Firmung gefeiert?

    Bei meiner eigenen Firmung war ich erst 11 Jahre alt. Ich wurde gemeinsam mit meinem Bruder, der 1 ½ Jahre älter ist als ich, in der Pfarrei St. Elisabeth in Rheine durch den Altabt von Gerleve Pius Buddenborg gefirmt. Ich erinnere mich noch, dass wir einzeln die Stufen zum Altar hinaufgehen und uns vor den Altabt hinknien mussten, um unseren Namen zu nennen. Er firmte uns und dann war auch schon der Nächste an der Reihe. Bei der anschließenden Feier zu Hause bekam ich durch meinen Firmpaten ein Buch geschenkt, ebenso mein Bruder. Daran schloss sich ein Kaffeetrinken und später ein Abendessen im Kreis der Familie, mit meinen 6 Geschwistern und den Paten an. Irgendwie war ich schon stolz, gefirmt zu sein, ohne jedoch wirklich erfasst zu haben, was das Sakrament bedeutet. Ich glaube, dass ich mit 11 Jahren noch ein wenig zu jung gewesen bin, um eine persönliche Entscheidung für Gott und für den Glauben zu treffen.

    Was sollte Ihrer Meinung nach einen Firmpaten auszeichnen?
    Ein Firmpate kann gerade heute eine wichtige Bedeutung für den Neugefirmten bekommen. Er ist nicht einfach nur ein Freund, er sollte ein Vorbild im Glauben sein, er sollte sich in den Fragen des Glaubens auskennen und für den Firmling eine Vertrauensperson sein, wenn dieser Fragen an den Glauben und das Leben hat. Gerade wenn man 15 – 16 Jahre alt ist, möchte man vielleicht nicht über alle Fragen des Lebens und des Glaubens mit seinen Eltern sprechen. Der Firmling soll sich einen Paten oder eine Patin aussuchen, die auch selbst daran interessiert sind, dass sich der Firmling gut im Glauben und im Leben entwickeln kann. Die Firmpaten sollten immer wieder auch selbst initiativ werden und sich für den Firmling interessieren, besonders in der Zeit nach der Firmung. Es wäre schön, wenn sich zwischen dem Firmpaten und dem Firmling eine partnerschaftliche Beziehung entwickeln würde, die von Vertrauen und einem lebendigen Glaubenszeugnis geprägt ist.

    Mehr über Weihbischof Christoph Hegge könnt Ihr hier erfahren.

Weihbischof Wilfried Theising im Gepräch
  • Weihbischof Wilfried Theising

    Gibt es ein besonderes Erlebnis aus Ihrer eigenen Zeit der Firmvorbereitung, das Sie geprägt hat?
    Mich hat besonders der Firmkatechet geprägt, der uns phantastisch motiviert hat.

    Was sollte Ihrer Meinung nach eine Firmpatin / einen Firmpaten auszeichnen?
    Ein Firmpate/eine Firmpatin sollte verlässlich an der Seite des/der Jugendlichen stehen.

    Wie erleben Sie die Firmkatechese in Ihrer Region?
    Ich erlebe eine große Zahl von Katechetinnen und Katecheten, die mit großem Engagement die Jugendlichen begleiten und vorbereiten. Sie tragen zu einer lebendigen und frohen Atmosphäre in der Firmvorbereitung bei.

Weihbischof Stefan Zekorn im Gespräch
  • Weihbischof Stefan Zekorn

    Wie haben Sie Ihre eigene Firmung gefeiert?
    Meine Firmung war zufällig genau an meinem 9. Geburtstag. Damals war ich in der vierten Klasse der Grundschule. Daher kann ich mich an den Tag selbst nicht mehr erinnern. Aber ich habe noch das Gedenkbildchen, das für mich einen besonderen Wert hat. Deshalb bewahre ich es in meiner Bibel auf.

    Wann ist für Sie persönlich ein Firmgottesdienst gelungen?
    ... wenn die Firmlinge und möglichst viele Mitfeiernde etwas von der Nähe Gottes und der hilfreichen Kraft des Heiligen Geistes ahnen konnten.

    Was sollte Ihrer Meinung nach eine/n Katechet/in ausmachen?
    Es ist schön, wenn Katechetinnen und Katecheten lebendig Zeugnis geben können von ihrer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus und ihren Erfahrungen des Heiligen Geistes.

    Nach welchen Kriterien haben Sie Ihren Firmpaten ausgewählt?
    Daran kann ich mich noch gut erinnern. Da meine Taufpaten weit weg lebten, habe ich eine ältere Freundin unserer Familie gewählt, deren tiefer und natürlicher alltäglicher Glaube mich ansprach. Ihr Glaubenszeugnis und ihre menschliche Zuwendung waren mit dann tatsächlich viele Jahre eine wichtige Unterstützung.

    Mehr über Weihbischof Stefan Zekorn könnt Ihr hier erfahren.

Kontakt

Referat Katechese
Stefanie Uphues
Telefon: 0251 495-567
 Katechese@bistum-muenster.de

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