Erfahrungen

Was haben Sie erlebt? Schreiben Sie uns: katechese@bistum-muenster.de

Sportlich Gemeinschaft erfahren
  • Ort: Sportplatz, Parkplatz, großer Raum oder Turnhalle
    Material: ca. 30 Bierdeckel (je nach Raumgröße)

    Ablauf:

    Es werden zwei gleich große Gruppen gebildet. Innerhalb der beiden Gruppe wird durchgezählt. Die 1er, 2er, 3er etc. bilden ein Paar, bleiben aber in den unterschiedlichen Gruppen.

    Auf dem Spielfeld werden "Tretminen" (= Bierdeckel) ausgelegt. Die beiden Mannschaften stehen sich an zwei Seiten des Spielfeldes gegenüber. Eine Gruppe bekommt die Augen verbunden. Die Aufgabe an die andere Gruppe lautet: Jeder soll seinen Partner aus der anderen Gruppe durch das Minenfeld lotsen. Tritt eine Person auf eine „Mine“, wird die gesamte Gruppe (auch diejenigen, die es bereits ans Ziel geschafft haben) zurückgeschickt. Es gibt keine weiteren Anweisungen.

    Ziel der Übung: Die Gruppe soll selbst herausfinden, dass es leichter ist, nacheinander die Teilnehmenden durchzulotsen.

    Hat die Gruppe das Ziel erreicht, kann noch einmal gewechselt werden.

    Im Anschluss erfolgt die Reflexion im Gespräch:  

    Wie haben sich die "Sehenden" gefühlt?

    Wie haben sich die "Blinden" gefühlt?

    Was war wichtig? (gemeinsames Ziel, Absprachen, genaue Anweisung, Kommunikation, Vertrauen....)

    Was hat dieses Spiel mit dem Glauben zu tun?

     

    (Eingereicht von Annette Dobler aus Alzey, E-Mail: dobler.bunde@web.de) 

Freestyle-Pilgern der Firmlinge von St. Dionysius in Havixbeck
  • Sie haben das Bibelwort einfach mal ernst genommen, wortwörtlich, ohne Kompromiss: „Dann befahl er ihnen: ‚Nehmt nichts mit außer einem Wanderstab! Ihr sollt kein Essen, keine Tasche und kein Geld bei euch haben. Nur Schuhe dürft ihr tragen, aber kein zweites Hemd mitnehmen.’“ (Markusevangelium 6,8-9) Mit diesem Motto zog eine Havixbecker Firmgruppe los, einzig im Gepäck das Allernötigste, eine Bibel und Weihwasser. „Den Menschen, die uns Essen und Unterkunft gaben, haben wir gesagt, dass unsere Pilgerhände leer sind. Was wir aber haben, ist unser Gebet für sie und Weihwasser, mit dem wir das Haus und die Menschen, die darin leben, segnen“, erläuterte Pastoralassistent Christoph Schulte das Vorgehen. Und es hat geklappt: Nirgendwo wurden die Pilger abgewiesen. „Die Menschen waren regelrecht begeistert von unserer Abenteuerlust und unserem Gottvertrauen. Es hat uns tief bewegt, zu erleben, mit welcher Großherzigkeit, Nächstenliebe und Gastfreundlichkeit man uns begegnete.“

    Los ging es vom Kirchplatz in Havixbeck, wo Pater Erasmus Tripp den Pilgersegen spendete. Dann drehten die fünf Firmanden eine Flasche, deren Hals nach Norden zeigte. Damit war die Richtung vorgegeben: Über Haus Stapel und Aulendorf pilgernd fand die Gruppe zwischen Höpingen und Laer auf einem Bauernhof den ersten Unterschlupf. Als die Gastgeberin hörte, dass die Jugendlichen auch kein Zelt dabei hatten, erwiderte sie nur: „Ach, du lieber Gott! Ja, dann kommt mal mit!“ – und nahm sie bei sich auf. Weitere Stationen auf der teilweise im Zickzack gelaufenen Strecke waren Borghorst und Wettringen. Während der Pausen wurde ein Evangelium gelesen; anschließend tauschten sich die Firmanden über den Text und ihren Glauben aus. Zeitweise wurde auch bewusst geschwiegen. Und wie versprochen, wurde in jeder Kirche und Kapelle, an der man vorüber kam, für alle Herbergsmenschen gebetet.

    In die benachbarten Dörfer gehen und die Menschen segnen – das ist ein jesuanischer Auftrag, den die Firmgruppe erfüllt hat. In der Pressemitteilung der Kirchengemeinde heißt es weiter, dass das Experiment der Firmvorbereitung gezeigt hat, dass Glaube und Gemeinschaft tragen – zu jeder Zeit. Fazit: „Wo immer wir auch hinkamen, da war guter Geist, heiliger Geist!“ Die Jugendlichen empfehlen: Mutig sein und nachmachen! Man bekommt wahre Schätze für das eigene Seelenleben und beglückt viele Menschen auf dem Weg. Ein Segen. 

    Christoph Schulte, Pastoralassistent

    Für Fragen und weitere Informationen wenden Sie sich gern an Herrn Schulte:

    Telefon: 02507 98556969

    E-Mail: schulte-ch@bistum-muenster.de

Arbeitsheft "Die Perlen des Glaubens"
  • Pastoralreferent Martin Reuter und die Katechetin Anna Himmelmann haben für die Firmvorbereitung in der Katholischen Kirchengemeinde St. Vitus ein Arbeitsheft für Firmlinge erarbeitet. "Die Perlen des Glaubens" sind ein Gebets- und Meditationsband, das als roter Faden durch die Vorbereitungszeit auf die Firmung führt. Das Heft steht hier zum Download bereit. Nähere Informationen bei Martin Reuter, Tel.: 02595221, E-Mail: reuter-m@bistum-muenster.de

FirmFilmFestival: 300 Jugendliche lassen sich zum Nachdenken anregen
  • Rund 300 Jugendliche aus dem Stadtdekanat Münster waren Ende Februar 2016 gemeinsam mit Weihbischof Dr. Stephan Zekorn im Rahmen der Firmvorbereitung im Cineplex Münster. Was dort gezeigt wurde und mit welcher Botschaft die Firmlinge nach Hause gingen, lesen Sie hier.

Gespräche zwischen Pizza und Bratkartoffeln
  • Firmlinge aus der Pfarrei St. Peter haben im Rahmen der Firmvorbereitung gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Altenheims St. Peter Pizza gebacken. Mehr über dieses Projekt lesen Sie hier.

Firmung an der Schule
  • Ermutigung zur Kooperation zwischen Schule und kirchlicher Jugendarbeit
    Fünfzehn Jugendliche bzw. junge Erwachsene im Alter von 17 bis 21 Jahren gehen auf eine "Firmfahrt" zur Jugendburg Gemen nach Borken. Unter der Leitung ihres Firmkatecheten unternehmen sie dort u. a. einen "Orientierungsgang", der sie an verschiedenen Orten in unmittelbarer Umgebung der Jugendburg Halt machen lässt, um sich inspirieren zu lassen. Sie gelangen auch auf den angrenzenden Friedhof. Dazu angeregt, den Ort zunächst auf sich wirken zu lassen, werden sie anschließend gebeten, sich die Gestaltung der Grabsteine genauer anzusehen. Nach einer gewissen Zeit tauschen sie ihre Beobachtungen aus und schnell zeigt sich, dass die Grabsteine viele Zeichen und Symbole aufweisen, die Hoffnung und Zuversicht ausdrücken. Es sind christliche Symbole, Zeichen und biblische Sprüche, die jene Hoffnung und Zuversicht ausdrücken, aus denen die Verstorbenen gelebt haben. Und schon entbrennt ein spannendes Gespräch darüber, was jeder selbst in seinem Leben bezeugen kann.


    Johannes Gröger
    Lehrer und Schulseelsorger am Berufskolleg St. Michael Ahlen

    s. auch Pressemeldung des Bistums

Sehnsucht nach Mee(h)r
  • Seit zwei Jahren besteht ein Weg der Firmvorbereitung in unserer Seelsorgeeinheit in einer 5-tägigen Fahrt nach Spiekeroog in den ersten Januartagen. In einer "leeren" Zeit erleben wir mit den Jugendlichen sehr dichte Tage, da die Abgeschiedenheit der Insellage wenig Ablenkung bietet. Wir versuchen sehr, die Gegebenheiten vor Ort einzubeziehen (Wasser, Strand, Weite, Stille) und den Jugendlichen vor allem Erfahrungsräume zu bieten: Das Gleichnis vom Haus auf dem Felsen zum Beispiel wird leichter nachvollziehbar, wenn ich aus Bauklötzen zwei Häuser am Strand aufbaue und eines durch die Wellen weggespült wird. Eine Deutung auf das eigene Leben und den eigenen Glauben hin ist von diesem Erlebnis her einfacher als durch das reine Lesen des Textes. Wir erleben eine motivierte und motivierende Gruppe, die auch bei den Katechetinnen und Katecheten Lust macht auf Mee(h)r!

    HENDRIK WERBICK, PASTORALREFERENT IN DER
    SEELSORGEEINHEIT MÜNSTER WEST

Zwischen Kochtopf und Puddingschüssel
  • In Münster St. Mauritz haben zwei Kommilitonen und ich im Rahmen der Firmkatechese das Modul KuK – Kochen und Katechese – angeboten. Zweiwöchentlich haben wir mit etwa 12 Jugendlichen vor unserer Katechese gemeinsam gekocht, geschält, geschnibbelt, gerührt und gebraten, einfach Gemeinschaft erlebt. In den Gesprächen zwischen Kochtopf und Puddingschüssel konnten wir die Lebenswelt der Firmlinge, Schule, Familie, Freunde bis hin zu Sinnfragen kennen lernen. Wie Jesus mit den Emmaus-Jüngern durften wir mit ihnen einen Teil ihres Weges gehen, ihre Freuden und Sorgen teilen und ihnen in ihren Lebenssituationen aufzeigen, dass Gott mit ihnen geht, ja einer ist, der nie von ihrer Seite weicht. Dieser ganz ungezwungene Austausch hat die Katechese und den anschließenden Austausch in seiner Tiefe sehr bereichert und ist im Nachhinein das, was mir in Erinnerung geblieben ist: die gewöhnliche Situation des Kochens, des Miteinander-Leben-Teilens, in der sich zeigt, wie Gott als der Immanuel treu mit uns und besonders mit den Firmlingen ist.

    DOMINIQUE HAAS, STUDENTIN

Firmvorbereitung auf dem Jakobsweg von Trier nach Metz
  • Im Rahmen der diesjährigen Firmvorbereitung hatten die Warendorfer Firmanden die Möglichkeit, aus fünf Firmprojekten das für sie passende Angebot auszuwählen. Neben den klassischen und schon bewährten Angeboten einer Katechese mit Gruppenstunden und einer Wochenendfahrt auf die Jugendburg Gemen waren in diesem Jahr auch ein "Outdoorwochenende", die kreative Beschäftigung mit eigenen Glaubensbildern, Exerzitien im Alltag und weitere Projekte möglich. Erstmalig gab es in diesem Jahr die Möglichkeit, eine Woche auf dem Jakobsweg von Trier nach Metz zu pilgern.

    Neun Jugendliche ließen sich von diesem Angebot begeistern und begannen zusammen mit drei Katecheten mit der Vorbereitung. Wanderstäbe wurden geschnitzt und mit einer Plakette des Hl. Christopherus, des Schutzpatrons der Reisenden, geschmückt, Pilgerpässe bestellt und über die praktischen Fragen des Pilgern nachgedacht: Wie viel Gepäck kann ich tragen? Wie ist der Weg? Wie lang sind die Tagesetappen? Sind meine Wanderschuhe schon eingelaufen? Was ist auf dem Weg nach Santiago wirklich notwendig und was kann ich auch getrost zu Hause lassen?

    Am Samstag, dem 26.10.2014 ging es dann am Bahnhof Warendorf los. Nachmittags erreichte die Gruppe mit dem Zug Trier. Nach einem kurzen Stadtrundgang, dem Besuch des Domes und einem ersten Gruppenfoto vor der Porta Nigra, Triers berühmten römischen Stadttor, konnte dann der Besprechungsraum des Kreisdekanatsbüros für die erste Übernachtung mit Luftmatratzen und Schlafsäcken bezogen werden.

    Pilgern und unterwegs sein bedeutet immer auch Verzicht. Verzicht auf die Annehmlichkeiten des Alltags und vor allem Verzicht auf Sicherheiten. Morgens weiß noch niemand, ob die Herberge am nächsten Abends bequem und die nächste Mahlzeit schmackhaft sein wird, ob der Weg angenehm und flach oder hügelig und matschig ist, ob die Menschen und Orte am Weg die Pilger willkommen heißen oder ob "der Staub von den Füßen geschüttelt werden muss" (Mt 10,14), um bei anderen Menschen Aufnahme zu finden. Mir wurde das nach einer unbequemen Nacht auf dem Fußboden wieder sehr bewusst. Und so begann am nächsten Morgen das Abenteuer Pilgern mit einer Statio am Grab des Apostels Matthias in der Krypta der Abtei St. Matthias. Die Abtei St. Matthias liegt auf einem großen römischen Gräberfeld vor den Toren des antiken Trier. Der alte Friedhof wurde zu einer Keimzelle des Christentums und heute erhebt sich rund um die Abtei ein lebendiges und buntes Stadtviertel. Der Aufbruch ging von einem Ort aus, von dem man das so nicht erwartet hätte. Ein Friedhof wird zur Keimzelle des Lebens. In der Krypta des Apostels Matthias sieht man bis heute die alten römischen Steinsakrophage die in die Wände eingemauert sind. Firmung als bewusstes "Ja-Sagen" zu Gott, als Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter, Firmung als christlicher Initiationsritus in einen neuen Lebensabschnitt. Lässt sich da nicht eine Parallele finden? Auf dem alten römischen Friedhof beginnt auch für uns etwas Neues. Der Friedhof fordert auf nachzudenken: Was aus der Kindheit lasse ich zurück? Wovon nehme ich bewusst Abschied? Aber auch: Was nehme ich mit? Was stärkt mich und was gibt Kraft? Was bedeutet es sich bewusst für einen Weg mit Gott zu entscheiden? Diese Fragen wurden Thema am Apostelgrab. Symbolisch konnte jeder Firmand einen Zettel mit dem, was er auf dem großen römischen Gräberfeld zurücklassen möchte, am Apostelgrab deponieren. Was in den neuen Lebensabschnitt mitgenommen werden soll, was Kraft und Mut gibt, konnte auf einen Zettel geschrieben mit einem Karabinerhaken am Wanderrucksack befestigt und so mit auf den Jakobsweg genommen werden. Schon die Pilger im Mittelalter pilgerten immer für eine Person, für ein Anliegen, eine Hoffnung oder ein Gelübte.

    Leider war das Wetter nicht auf unserer Seite. Auf den ersten Kilometern an der Mosel und auf dem Weg hinauf in den Saargau bließ uns der Wind und der Regen frontal ins Gesicht. Der Hl. Jakobus machte uns denn Anfang nicht leicht, um so größer war dann jedoch die Freude, als er uns mitten im Regen in Tawern in eine geöffnete Jakobuskapelle einlud und uns damit die Möglichkeit zu einer Pause im Warmen und Trocken gab. Rucksack und Regenbekleidung konnten abgelegt werden, Butterbrote wurden ausgepackt, warmer Tee und Kuchen wurden geschwisterlich geteilt und die Pause genossen. Brotvermehrung einmal anders, alle wurden satt von dem, was sich in den Rucksäcken fand.

    Große Hilfsbereitschaft dann am Abend, der Weg zog sich länger als gedacht. Müdigkeit und Erschöpfung machten sich breit. Die 27 km wollten nicht enden und die kaum markierten Feldwege waren in der Dämmerung immer schlechter zu erkennen. Der Bürgermeister unseres Etappenziels Merzkirchen, der uns die kostenfreie Übernachtung in seinem Gemeindezentrum ermöglich hatte, läutete kurzerhand die Glocken der Dorfkirche, um uns in der Dunkelheit den richtigen Weg zu weisen. Endlich angekommen freuten wir uns über Spaghetti Bolognese, eine warme Fußbodenheizung und natürlich auf die Schlafsäcke. Nicht nur an diesem Abend konnten wir die konkrete Hilfsbereitschaft der Menschen am Weg erleben. Auch der zweite Pilgertag war wieder sehr regenreich. Durchnässt und müde waren wir nach ungefähr der Hälfte unserer Tagesetappe sehr enttäuscht, als wir feststellen mussten, dass der Dorfladen und das kleine Café von Fisch geschlossen waren, in dem wir uns aufwärmen wollten. Nach kurzer Beratschlagung klingelten zwei Firmanden kurzerhand am Nachbarhaus und, welch Wunder, es fanden sich zwei Damen die das Dorfcafé für uns wieder eröffneten und uns erst einmal warmen Kakao und Kaffee kochten und dann auch nichts dagegen hatten, dass wir uns mit unseren mitgebrachten Butterbroten stärkten. Die Stimmung war gut, die Damen waren an unseren Erlebnissen sehr interessiert und gaben uns Tipps für die Abendgestaltung in Perl, unserem Etappenziel. Am meisten freuten wir uns aber dann doch auf das Schwimmbad und die Aussicht auf eine erste Dusche nach drei Tagen Pilgern. In den Pfarrheimen und Gemeindezentren in denen wir die letzten Nächte verbracht hatten, gab es leider keine Duschen. Umso größer dann die Enttäuschung, als wir feststellen mussten, dass das Schwimmbads Perl gerade an unserem Ankunftstag geschlossen hatte. Die Dusche wurde dann am nächsten Morgen, bevor wir in Sichtweite Luxemburgs die Grenze nach Frankreich überschritten, nachgeholt. Lothringen begrüßte die frisch gewaschenen Pilger mit Weinbergen an denen sogar noch einige süße Spätlese-Trauben zu finden waren.

    Leider hatte sich unsere Gruppe nach zwei anstrengenden Tagen schon verkleinert. Zwei Teilnehmerinnen hatten sich wegen körperlicher Beschwerden entschieden nicht mehr weiter mitzupilgern. Waren die Etappen zu lang? Die Kräfte zu schwach? Gemeinsam mussten wir überlegen, wie es weitergehen kann. Jeden Tag lange und matschige Strecken, schlechtes Wetter und natürlich das Schrumpfen unserer Firmgruppe wirkten sich auf die Stimmung aus. Nach einem guten Abendessen in St. Margueritte kamen dann die brodelnden Themen am abendlichen Kaminfeuer auf den Tisch: Wie geht es weiter? Was ist mit denen die nicht so schnell gehen können? Was ist mit den Blasen? Wie sieht Rücksichtnahme aus? Sind unsere Rucksäcke zu schwer? Was wünsche ich mir von den anderen Mitgliedern der Pilgergruppe? Sind wir überhaupt eine Pilgergruppe oder ist jeder für sich alleine unterwegs? Jeder äußerte seine Meinung, die Zeit für eine ehrliche und offene Aussprache war gekommen. Im Laufe der langen Gespräche wurde dann immer deutlicher, dass wir den Rest des Weges nur gemeinsam schaffen wollten und konnten. Gemeinsam waren wir in Warendorf aufgebrochen und gemeinsam wollten wir auch in Metz ankommen. Gemeinsam wollten wir weiter die Höhen und Tiefen des Jakobsweges, des Matsches und der Teerstraßen erleben. Gemeinsam wurde beschlossen ab nun stärker auf einander zu achten, die Schwächeren zu motivieren und auf den nächsten Etappen besonders gut zusammenzuhalten. Zwei Firmanden erklärten sich bereit, sich jeden Abend mit Hilfe der verschiedenen Wanderkarten auf die nächste Tagesetappe vorzubereiten, da der Weg in Frankreich nur noch schlecht ausgeschildert war. "Gewitter reinigen die Luft", das Sprichwort hat sich bestätigt. Am nächsten Morgen konnten wir mit neuer Zuversicht und neuem Mut die zwei letzen Etappen nach Metz in Angriff nehmen. Morgens wurde mit einem kurzen Impuls gestartet und los ging es durch kleine lothringische Dörfer immer weiter auf Metz zu. Am 5 Tag dann abends in der Ferne die Kathedrale von Metz. Noch später dann die Ankunft in der Jugendherberge. Freude und Stolz endlich, nach 106 km Pilgerfahrt angekommen zu sein. Aber nicht nur Freude, sondern auch Trauer darüber, dass ein großes Abendteuer nun dem Ende entgegen geht. Gemeinsam lassen wir unsere Erlebnisse Revue passieren. Wir erinnern uns an die Menschen die uns im Vorfeld und auf dem Pilgerweg unterstützt haben und feiern unsere Ankunft mit einem guten Abendessen in einem Burger-Restaurant. Viel haben wir erlebt: Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, Gemeinschaft in der Gruppe, Rücksichtnahme und Spaß. Während des Wanderns sind wir zu einer Pilgergruppe zusammengewachsen, die auf einander acht gibt. Wir waren wirklich gemeinsam unterwegs

    Dr. Michael Altmaier (Text und Fotos),
    Pastoralassistent in St. Laurentius, Warendorf



Mit Gott auf Schalke
  • Ein Baustein der Firmvorbereitung

    Das Konzept der Firmvorbereitung in der Pfarrei St. Johann/St. Ludger in Billerbeck beinhaltet Angebote unter dem Motto "Ich kann den Glauben leben". Firmbewerber meinen zuweilen, Glauben spiele sich vor allem beim Mitfeiern mehr oder weniger interessanter Gottesdienste ab. Kirche ist für sie in erster Linie das Gebäude und das, was darin passiert.

    Dass der Glaube auch dort eine Rolle spielen kann, wo Jugendliche für sich attraktive Orte mit Spaßfaktor entdecken und kennen, vermittelt die Fahrt zur Arena auf Schalke. Der frühere Schalke-Pfarrer Jochen Dohm hat im Zuge des Baus der Arena dafür gesorgt, dass in den Katakomben des Stadions eine Kapelle als Ort des Rückzugs und der Feier des christlichen Glaubens entstanden ist. Im Buch "Mit Gott auf Schalke" gaben vor zehn Jahren Spieler von Schalke 04 ein persönliches Glaubenszeugnis - allen voran der damalige Mannschaftskapitän Marcelo Bordon aus Brasilien. Besondere Bedeutung hat auf Schalke die Begleitung von Fans mit Handicap.

    Die Anfragen nach Führungen von Gruppen durch die Arena in die Kapelle als Zielort hinein hat in den letzten Jahren derart zugenommen, dass der jetzige Schalke-Pfarrer Ernst-Martin Barth mehrere Männer und Frauen angeleitet hat, Führungen mit Gruppen durch die Arena zu begleiten.

    Damit die Führung durch die Arena zu einem sinnvollen Bestandteil der Firmvorbereitung wird, sind aus meiner Sicht folgende Voraussetzungen förderlich: Zunächst einmal gehört zu einer charismenorientierten Firmkatechese ein/e Katechet/in, der/die selbst eine Affinität zum Thema Fußball und der religiösen Dimension darin hat. Der Unterschied zwischen christlichem Glauben und dem Aberglauben an einen "Fußballgott" sollte verdeutlicht werden können. Jugendliche merken, ob die Begeisterung vom Katecheten authentisch geteilt wird oder nicht. Auf dieser Grundlage darf das Geschäft Fußball auch gerne kritisch hinterfragt werden.

    Die Arena-Kapelle ist im Unterschied zu den blau-weißen Vereinsfarben bewusst sehr schlicht und in schwarz und weiß gehalten. Es dominieren das große Kreuz, durch das man die Kapelle betritt, und das Auferstehungsmotiv in Anlehnung an Emmaus. Wird die Führung von Pfarrer Barth geleitet, kann man sich seinem Charisma und seiner Verkündigung überlassen. Es genügt dann aus meiner Sicht, an die Führung einen kurzen Wortgottesdienst anzuschließen. Hat der Führer diese Qualität nicht, muss man sich im Vorfeld selbst mit der Spiritualität der Kapelle befassen und etwas vorbereiten.

    In der Auswertung der Firmkatechese durch die Firmbewerber wird der Besuch der Arena am häufigsten als Highlight benannt. Es ist auf jeden Fall eine spannende und zugleich entspannte Form der Firmkatechese.

    Kontakt zum Sportpfarrer:
    Ernst-Martin Barth
    Telefon: 0209 7 27 23
    E-Mail: ernst-martin.barth@christus-kirchengemeinde-buer.de
     
    Autor des Beitrags:
    Andreas Geilmann
    Pastoralreferent in St. Johann/St. Ludger
    E-Mail: a.geilmann@t-online.de

Kontakt

Referat Katechese
Stefanie Uphues
Telefon: 0251 495-567
 Katechese@bistum-muenster.de

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